Glötzl? Wo fange ich an. Erst mal beim Fairnessgedanken. Wenn er kommt, soll er seine faire Chance bekommen und da die Hoffnung zuletzt stirbt, hoffen wir mal auf ein Wunder.
Die Wahrheit ist aber, selten haben sich Scouts derart getäuscht wie bei Glötzl, welcher von diesen zum nächsten Seider hochgejazzt wurde. Denn, die Wahrheit liegt auf dem Eis. Und die Wahrheit ist, wenn ich ihn gesehen habe, er war der Schwachpunkt im Kölner Defensivverbund und hat deshalb auch wenig Eiszeit erhalten. Er wird überlaufen und die Bitte an die Mitspieler lautet, ihm nicht den Puck zu geben.
Er ist der gleiche Anachronismus wie Renner, nur knapp 10 Jahre jünger. Er ist das fleischgewordene Dilemma der deutschen Verteidigerausbildung. Zu Zeiten als Verteidiger in der damaligen Bundesliga dem Puck noch fernbleiben konnten, hat es dieser Typus sogar in die Nationalmannschaft geschafft. Wir hatten damals einige richtig gute Verteidiger im Lande (Kießling, den heutigen Bundestrainer, Heidt, Hiemer), aber auch einige des o.g Typs, welche auf lustige Spitznamen wie "Butzi" hörten. Damit braucht man im heutigen Eishockey nicht mehr kommen.
Bei unseren Kölner Kollegen sind sie fast übereinstimmend heilfroh, ihn los zu sein, ein Zitat gebe ich wieder, "er wäre in der holzverarbeitenden Industrie besser aufgehoben" als im Eisstadion (Anm. d. Verf.).
Was auch stört, bei einem Spieler dieses Jahrgangs hätte in den letzten Jahren irgendeine Entwicklung stattfinden müssen. Das ist nicht passiert.
Jetzt wird gibt es vier Anmerkungen, mit dem der Transfer - so er zustandekommt - erklärt werden kann. Die Einstellung von Glötzl ist sehr in Ordnung. Er kann Körperspiel. Im Gegensatz zu Wirth kennt er seine Grenzen und versucht nichts, was er nicht beherrscht. Der siebte Verteidiger ruft bei einem Low-Budget-Team sehr selten ausschließlich positive Reaktionen hervor.
Damit bin ich bei @Boulin178pim. Du erwähnst Rogl, Dinger sowie Renner (wobei Renner schon etwas über die beiden anderen zu stellen ist, Anm. d. Verf.) und das Glötzl auch nicht schlechter ist. Da hast Du recht. Aber Rogl und Dinger können doch nicht der Maßstab sein! Auch bei Def #7 darf mehr Kreativität und Mühe bei der Auswahl erwartet werden. Das kommt mir schon so vor, der Markt ist schwierig und deshalb wird schnell die Flinte ins Korn geschmissen, weil die Position belegt werden muss.
Alternativen sind rar, aber es gibt sie und deshalb drei andere Möglichkeiten, diese Position zu besetzen.
1. Martinovic. Da gebe ich dem Mr recht, bei ihm war eine Entwicklung erkennbar. Wolfsburg wollte ihn auch behalten. Gleiches hätte für Pasanen gegolten.
2. Ein weiterer U23-Verteidiger wie z.B. Mayer. Er hätte sich mit Pellizzari einen fairen Zweikampf um den siebten Spot liefern können. Hier hätte man mit FöLis intelligent managen können. Da muss man sich halt mal was trauen. Spieler wie Rogl waren für mich immer ein Schlag ins Gesicht der nachrückenden Talente.
3. Einer der Zweiflaggler aus der DEL2. Natürlich kann das schiefgehen wie man bei Balinson gesehen hat. Aber Spieler wie Havlena, Dybowski, Hammond oder auch Has sind die besseren Eishockeyspieler. Da nehme ich lieber die Blume zurück, dem laufen sie wenigstens nicht so leicht davon.
Der letzte Satz. Vielleicht müssen wir die Kölner Resterampe spielen. Der Goalie, den wir wieder - Ausgang ungewiss - aufbauen sollen, Glötzl und am Ende macht Mo Müller noch für ein Jahr den Reul. Achtung, der letzte Satz kann Ironie enthalten.
Zur Abwehr. Ich halte sie aufgrund der vier Kontis derzeit, unter der Annahme das Bowey bleibt, für leicht verbessert. Hoefenmayer wird Schemitsch gut ersetzen und McCrea ist im dritten Paar eine Verbesserung zu Renner. Zudem erwarte ich eine Steigerung bei Pilu und bei Mayhew im zweiten Jahr als Import.