Dann schieß mal los, warum wir dann so viele Gegentore bekommen.Thane Krios hat geschrieben: Heute 11:06
Johannes hat mit seinen Zahlen die Reihe 4 und die hinteren Verteidiger als Hauptschuldige für die Gegentorflut ausgemacht. Ich halte das, wie dargestellt, nur für bedingt richtig und eine in Teilen fehlgeleitete Interpretation von Statistiken.
#03 Alec McCrea
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Re: #03 Alec McCrea
Re: #03 Alec McCrea
OK, aber die +/- Statistik ist halt eine Statistik über Tore ... da gibt es wenig Spielraum. Wenn also nicht die Spieler, die laut Statistik bei den Gegentoren auf dem Eis sind, an den Toren schuld sind, dann bin ich gespannt auf deine Interpretation und Sicht der Dinge.Thane Krios hat geschrieben: Heute 11:06 Johannes hat mit seinen Zahlen die Reihe 4 und die hinteren Verteidiger als Hauptschuldige für die Gegentorflut ausgemacht. Ich halte das, wie dargestellt, nur für bedingt richtig und eine in Teilen fehlgeleitete Interpretation von Statistiken.
Woran lag es denn in deinen Augen und siehst du die 4te Reihe und unser Gefälle in der Verteidigung nicht auch als Problem?
- Thane Krios
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Re: #03 Alec McCrea
Mr. Shut-out hat geschrieben: Heute 12:13 Dann schieß mal los, warum wir dann so viele Gegentore bekommen.
Ich habe versucht, es oben zu beschreiben, aber offenbar ist es wohl nicht ganz rübergekommen. Ja, Renner Wirth und Co. fehlt es an DEL-Niveau und sie sind mitverantwortlich für die Gegentorflut. Aber eben nicht alleine Schuld. Zwei weitere Faktoren kommen dazu:Carts21 hat geschrieben: Heute 13:17
Woran lag es denn in deinen Augen und siehst du die 4te Reihe und unser Gefälle in der Verteidigung nicht auch als Problem?
1. Fehlende Fähigkeit, das eigene Spiel durchzuziehen, auch bei unseren Topformationen. Selbst wenn diese nicht gegen die Topfarmation des Gegners auf dem Eis waren, waren sie viel zu oft im eigenen Drittel gebunden. Auch wenn man den gegnerischen Treffer mit unseren Topleuten oft vermeiden konnten, hatte der Gegner psychologisch Oberwasser und oft genug kam dann in dieser Situation bei einem Defensivbully unsere vierte Formation aufs Eis gegen einen Gegner, der bereits im Rollen war und kassierte prompt einen Gegentreffer. Das letzte Heimspiel gegen Berlin fällt mir exemplarisch ein.
Stelle HM, Hanke und Elias als vierte Reiheb bei Köln oder Mannheim rein und es kommen nicht diese desaströsen Plusminuswerte heraus, einfach weil man öfter auch mal einen Shift bekommt, der in der Offensive beginnt.
Fazit: Es muss und insgesamt gelingen, mehr Spielanteile zu bekommen, das nimmt Druck von den hinteren Reihen.
2. Teils nicht optimale Wechsel in den Heimspielen in Kombination mit schlechter Leistung unserer Scoringreihen. Viel zu oft kam es so, dass Peters es zuließ, dass der Gegner seine Topformation gegen unsere vierte Reihe bringen konnte, auch in Heimspielen. Peters wollte wohl unsere Topformation häufiger gegen die nominell schwächeren Reihen des Gegners bringen und nahm dafür in Kauf, dass der Gegner das dann andersrum auch mit uns macht. Während der Gegner gegen unserer vierte Reihe regelmäßig traf, gelang das mit unserer Topformation viel zu selten. Ich habe es noch gut in Erinnerung, wie der Johannes hier rumposaunte, dass das Spiel unentschieden ausging, wenn man nur für Zeit betrachtet, die der tolle Louis auf dem Eis stand. Aber das Problem ist ja, dass Louis und Co oft genug den indirekten Wettbewerb mit den Topreihen des Gegners verloren haben. Scoringreihen sind aber nicht dazu da, unterschieden zu spielen, sondern einen Vorteil für das eigene Team herauszuholen. Und das gelang zu häufig nicht. Und deswegen liegt die Gegentorflut auch, aber nicht nur an Renner, Wirth, Elias und Co. sondern auch an Louis, Damiani, Grenier und Co.
Re: #03 Alec McCrea
Interessante Sichtweise und Interpretation. Und vor allem ein sehr guter Diskussionsbeitrag, gefällt mir.Thane Krios hat geschrieben: Heute 11:06 Es wird doch nicht die reine Nennung von Zahlen, sondern die Selektion und Interpretation dieser kritisiert.
Selektion: Von Johannes werden nahezu ausschließlich positive Zahlen zu unseren Spielern (speziell zu Neuzugängen) genannt. Warum werden nicht die Schwächen der Neuzugänge ebenfalls berücksichtigt? Auch das würde zu einer ganzheitlichen Betrachtung dazugehören. Diese werden jedoch offenbar gezielt ignoriert, wohl um den eigenen "Bias" zu stützen.
Interpretation: Die Bedeutung vieler Zahlen wird aus meiner Sicht vom User übertrieben dargestellt und meist als Beleg für die tolle Leistung des eigenen Managements und für die zu erwartende goldene Zukunft mit diesen Neuzugängen angeführt. Dabei erzählen diese Zahlen immer nur einen Teil der Wahrheit. Ein Beispiel, das mit spontan einfällt: Leblanc war in der Blüte seiner Leistungsfähigkeit einer der besten Center der Liga, nicht nur wegen seiner überragenden Punkteausbeute sondern weil er ein Spiel gezielt steuern konnte und in der Lage war, dem Gegner aktiv das Momentum zu nehmen. Es war damals immer wieder zu beobachten, dass wir hinten reingedrängt wurden, Leblanc sich die Scheibe schnappte, ins gegnerische Drittel fuhr, ein zwei Gegner düpierte und dann erstmal in aller Ruhe unser Angriffsspiel aufzog. Selbst wenn das dann nicht immer gefährlich wurde, kippte das Pendel so Immer wieder in unsere Richtung. Die letzten Jahre war das Gegenteil der Fall. Ein Gegner, der sich festgebissen hatte, feuerte Salve auf Salve auf unser Tor, bis die jeweiligen Goalies weichgeschossen waren. Klar, das liegt einerseits natürlich an der fehlenden Qualität in der Abwehr und den hinteren Reihen im Angriff aber eben nicht nur daran, sondern auch daran, dass unsere Topreihen zu wenig in der Lage waren, ihr Spiel durchzubringen bzw. durch schlafmützige Aktionen das eigene Momentum zu killen. Das taucht dann in keiner Statistik auf.
Johannes hat mit seinen Zahlen die Reihe 4 und die hinteren Verteidiger als Hauptschuldige für die Gegentorflut ausgemacht. Ich halte das, wie dargestellt, nur für bedingt richtig und eine in Teilen fehlgeleitete Interpretation von Statistiken.
Einen Collins und/oder einen Leblanc können wir wirklich dringend wieder brauchen.
Re: #03 Alec McCrea
Wir liegen hier, glaube ich, gar nicht so weit auseinander. Ich sage ja nicht, dass Elias, Hanke und Chico schuld daran sind, wie die Saison verlaufen ist – sondern nur, dass sie in dieser Konstellation als Reihe einfach nicht funktionieren. Ob Peters gezielt die vierte Reihe vermehrt gegen die Topreihe des Gegners gebracht hat, kann ich nicht beurteilen. Auswärts wird das aber zwangsläufig auch in Zukunft immer wieder passieren, wenn der Gegner den letzten Wechsel hat. Und grundsätzlich ist das ja auch ein probates Mittel. Genau dafür brauchst du aber die richtigen Spielertypen in der vierten Reihe – und eben nicht zwei U23-Spieler.Thane Krios hat geschrieben: Heute 17:39 Ich habe versucht, es oben zu beschreiben, aber offenbar ist es wohl nicht ganz rübergekommen. Ja, Renner Wirth und Co. fehlt es an DEL-Niveau und sie sind mitverantwortlich für die Gegentorflut. Aber eben nicht alleine Schuld. Zwei weitere Faktoren kommen dazu:
1. Fehlende Fähigkeit, das eigene Spiel durchzuziehen, auch bei unseren Topformationen. Selbst wenn diese nicht gegen die Topfarmation des Gegners auf dem Eis waren, waren sie viel zu oft im eigenen Drittel gebunden. Auch wenn man den gegnerischen Treffer mit unseren Topleuten oft vermeiden konnten, hatte der Gegner psychologisch Oberwasser und oft genug kam dann in dieser Situation bei einem Defensivbully unsere vierte Formation aufs Eis gegen einen Gegner, der bereits im Rollen war und kassierte prompt einen Gegentreffer. Das letzte Heimspiel gegen Berlin fällt mir exemplarisch ein.
Stelle HM, Hanke und Elias als vierte Reiheb bei Köln oder Mannheim rein und es kommen nicht diese desaströsen Plusminuswerte heraus, einfach weil man öfter auch mal einen Shift bekommt, der in der Offensive beginnt.
Fazit: Es muss und insgesamt gelingen, mehr Spielanteile zu bekommen, das nimmt Druck von den hinteren Reihen.
2. Teils nicht optimale Wechsel in den Heimspielen in Kombination mit schlechter Leistung unserer Scoringreihen. Viel zu oft kam es so, dass Peters es zuließ, dass der Gegner seine Topformation gegen unsere vierte Reihe bringen konnte, auch in Heimspielen. Peters wollte wohl unsere Topformation häufiger gegen die nominell schwächeren Reihen des Gegners bringen und nahm dafür in Kauf, dass der Gegner das dann andersrum auch mit uns macht. Während der Gegner gegen unserer vierte Reihe regelmäßig traf, gelang das mit unserer Topformation viel zu selten. Ich habe es noch gut in Erinnerung, wie der Johannes hier rumposaunte, dass das Spiel unentschieden ausging, wenn man nur für Zeit betrachtet, die der tolle Louis auf dem Eis stand. Aber das Problem ist ja, dass Louis und Co oft genug den indirekten Wettbewerb mit den Topreihen des Gegners verloren haben. Scoringreihen sind aber nicht dazu da, unterschieden zu spielen, sondern einen Vorteil für das eigene Team herauszuholen. Und das gelang zu häufig nicht. Und deswegen liegt die Gegentorflut auch, aber nicht nur an Renner, Wirth, Elias und Co. sondern auch an Louis, Damiani, Grenier und Co.
Die Beispiele, die du genannt hast, sind alle valide und bestätigen aus meiner Sicht genau das: Wir brauchen eine stabilere vierte Reihe, die in solchen Situationen besser dagegenhalten kann. Ich hatte ja auch das Beispiel nach der Olympiapause gebracht: In sechs Spielen haben wir mit zwei Ü23-Spielern gespielt, primär TJ. In dieser Phase ist die 4. Reihe mit 6:5 Toren vom Eis gegangen. Das Learning daraus sollte doch sein: Du solltest nicht mit zwei U23-Spielern in der vierten Reihe spielen, sondern musst beispielsweise Elias in die dritte Reihe neben Parkes und einen AL-Center stellen. Das traue ich ihm zu – und es wäre gleichzeitig förderlich für seine Entwicklung.
Wie groß dieses Problem tatsächlich war, ist vielen – glaube ich – nicht bewusst. Deshalb einmal konkret:
Nach der Deutschland-Cup-Pause bis zur Olympiapause haben wir die Saison im Kern verloren. In der Phase von Spieltag 18 bis 39 holen wir in 22 Spielen nur 17 Punkte und haben bei 5-gegen-5 eine Tordifferenz von -21. Davon gehen -14 auf die vierte Reihe. Die 3:17 von Chico in diesem Zeitraum sind sogar der schlechteste Wert ligaweit.Ich verstehe, dass solche Zahlen für manche zu abstrakt sind. Deshalb ein konkretes Beispiel anhand von sieben Spielen aus diesem Zeitraum:
Fünf dieser Spiele gingen in die Overtime, Insgesamt: 17:21 Tore, aber nur 7 von 21 möglichen Punkten, hier die Spiele:
Durchschnittliche Eiszeitverteilung:
Erste drei Reihen: ca. 44 Minuten
Special Teams: ca. 7 Minuten
Vierte Reihe: ca. 9 Minuten
Die Special Teams waren leicht unterlegen (4:5 Tore), eie ersten drei Reihen haben diese Spiele bei 5-gegen-5 aber klar dominiert (13:6 Tore, also +7). Mehr kann man von den Top-3-Reihen realistisch nicht erwarten. Heißt im Umkehrschluss: Wären die Spiele nach diesen 51 Minuten (Top-3-Reihen + Special Teams) beendet gewesen, hätten wir 19 von 21 Punkten geholt.
Die vierte Reihe hat diese Spiele aber in ihren rund neun Minuten Einsatzzeit faktisch entschieden – mit 0:9 Toren. Dadurch wurden aus potenziell 19 Punkten am Ende nur 7. Man muss sich das wirklich vor Augen halten: 13:6 Tore in 44 Minuten bei 5-gegen-5 mit Reihe 1-3 vs. 0:9 Tore in 9 Minuten durch die vierte Reihe.
Und genau darum geht es:
Es erwartet niemand, dass die vierte Reihe jedes Spiel bei Null hält. Aber sie muss schlicht stabiler sein. Dann reden wir hier ganz schnell über 6, 8 oder 10 Punkte mehr – und damit über ein komplett anderes Playoff-Rennen. Wenn man sich andere Teams anschaut, sieht man, dass die vierte Reihe dort deutlich stabiler ist. Für mich liegt hier ganz klar das größte Uplift-Potenzial. Zumal es auch nicht normal ist, dass die vierte Reihe nur neun Minuten spielt. Idealerweise bist du bei 11–12 Minuten, um die Top-Reihen zu entlasten. Dass es bei uns weniger war, lag schlicht daran, dass Peters der vierten Reihe nicht ausreichend vertrauen konnte.