Re: [DEL Saison 26/27] Hauptrunde
Verfasst: 18.09.2026 22:19
von Thunderfive
Bei flashscore gewinnt München 4:3 nach Elfmeterschießen. Man könnte fast meinen, da tickern die Schiris aus dem Spiel soeben.
Re: [DEL Saison 26/27] Hauptrunde
Verfasst: 18.09.2026 22:31
von Black Navara
Iserlohn ne Aufholjagd gestartet. Respekt.
Re: [DEL Saison 26/27] Hauptrunde
Verfasst: 19.09.2026 01:05
von Whiskyman
Mit einem Tag Verspätung: Whiskymans kleine Saisonvorschau.
Die Ereignisse des ersten Spieltages sind nicht eingeflossen. Wäre auch Quatsch, nach einem Spieltag alles über den Haufen zu werfen. Die Texte standen weitgehend schon am Donnerstag.
Die Trends
Die Spanne zwischen den großen vier und dem „ganzen dreckigen Rest“ (Die Toten Hosen) wird deutlich größer.
Nachdem das Gehaltsniveau in der AHL gestiegen ist, kommen vermehrt Ausländer, welche als früher Wundertüten bezeichnet worden sind. Von den Low Budget Teams hat fast jeder mindestens einen.
Bei den Goalies steigt bei den Sportdirektoren die Sehnsucht nach einem deutschen Duo.
1 The Big Four
Adler Mannheim – Der Luxusprozess des Dallas Eakins
Die Adler wollen es wissen. Es wird kräftig investiert, gerade in die Schwachstelle des letzten Jahres, dem fehlenden Scoring im Sturm. Es kommen mit Brooks Macek und Patrick Brown gleich zwei potenzielle Topscorer. Im Tor ein starkes deutsches Duo. Die Abwehr wurde auch nochmal mit Poirier verstärkt. Im U23/24-Bereich mit dem Riesentalent Calce und Heim, der einen vollwertigen Kaderplatz beanspruchen kann, zwei interessante Spieler. Aber dahinter wird es dünn. Insgesamt werden bei diesem Luxuskader bei voller Kapelle Spieler sitzen, die bei den meisten anderen Teams locker im zweiten oder dritten Block spielen würden. Und wenn, wie der alte Fussballspötter Max Merkel einst sagte, „Mozart und Beethoven in einer Band spielen, es noch einen braucht, der die Notenseiten umblättert“, auch den haben die Adler. Das wird Dallas Eakins wohl noch schaffen.
Red Bull München – Wenn Geld keine Rolle spielt
Oliver David hat sich als Trainer erfolgreich freigeschwommen und wieder die Red Bull DNA implementiert. In der Abwehr werden die Zugänge, u.a. der Tscheche Klok gleich mit deutschem Pass, diesen Mannschaftsteil besser machen. Neben Macek bei Mannheim ist aber Trevor Carrick vielleicht der ligaweite Königstransfer. Diesen Wechsel hätte man eher in Richtung KHL oder Schweiz vermutet. Aber Geld spielt, wenn es darauf ankommt, nur eine untergeordnete Rolle. Mit Murphy hat man neben Kemiläinen sowieso schon den besten Offensivverteidiger der Liga. Der Sturm wird u.a mit Dominik Kahun aufgehübscht. Im U23/24-Bereich durch die Akademie traditionell gut aufgestellt. Schwächen gibt es eher im dritten Verteidigerpaar mit den umgeschulten Stürmern, da Wagner noch gesperrt ist. Ausserdem muss auf die Konzernlage Rücksicht genommen werden. Es muss unbedingt ein Österreicher in München spielen, wofür Brooks nach Salzburg delegiert wird. Ob der Tausch mit Thaler vernünftig war?
Eisbären Berlin – Die große Chance des Eric Dubois
Das ist eines der Fragezeichen. Fachlich ist er über jede Kritik erhaben. Aber er hat bis jetzt noch nie als Headcoach gearbeitet. Im Tor wird LaFontaine einschlagen. Jonas Neffin muss zeigen, dass er den Umstieg auf die höhere Spielklasse schafft. Man startet auch wieder mit einigen verletzten Leistungsträgern. In der Abwehr fehlt vielleicht noch ein Quarterback. U23/U24 mit drei interessanten Spielern (Krestan, Hördler, Kretschmer), aber zahlenmäßig auch recht dünn. Ansonsten ein exquisiter Kader mit Ty Ronning, dem besten Spieler der Liga, aber nicht so tief besetzt wie Mannheim, München und Köln. Dafür haben die Berliner wieder das Play-Off-Gen!?
Kölner Haie – Mit schwedischem Defensivhockey zur Meisterschaft
Auch hier ein neuer Trainer mit Thomas Berglund. Schon in Lulea hat er schwedischen Beton angerührt und mit Juvonen hat er gleich den Top-Goalie der Liga und er bringt auch zwei Landsleute in den Kader. In der Abwehr bleiben Brady Austin und die finnischen Ausnahmekönner Kemilainen und Vittasmäki. Sie verlieren ihren Landsmann Oliwer Kaski, aber der Schwede Robin Press wird ihn mehr als ersetzen. Im U23/24- Bereich klar verbessert, gleiches gilt auch für die deutschen im Sturm mit Noebels, Fleischer und Fischbuch. Hier müssen aber auch Nate Schnarr, Parker Tuomie und Tanner Kero ersetzt werden. Der neue Schwede Markus Ljungh, inzwischen 35 Jahre, darf erst mal kritisch gesehen werden.
2 Best of the rest
ERC Ingolstadt – Ein eingespieltes Team
Das – neben Augsburg – beste Trainerduo der Liga, mit Mark French und Mike Kelly – sowie ein eingespieltes Team haben die Ingos auf der Habenseite, letzteres speziell zu Saisonbeginn. Im Tor hat man das Kunststück geschafft sich zu verbessern und eine AL-Stelle einzusparen. Die Abwehr blieb so ziemlich alles beieinander, mit dem Norweger Wasenden als interessantem Zugang. Im Sturm ist natürlich Riley Barber eine Waffe, die ein Spiel alleine entscheiden kann. U23/24 ist guter Durchschnitt. Pul und Vincens könnten den Durchbruch schaffen. Die Probleme sind eher langfristiger Natur. Im Mittelbereich haben Geldgeber aufgehört und die beiden Top-Sponsoren (Audi, Media Markt) befinden sich in wirtschaftlich turbulentem Fahrwasser. Die selten ausverkaufte Halle soll umgebaut werden. Einige Stehplätze sollen in Sitzplätze umgewandelt werden. Jürgen Arnold hat die infrastrukturellen Probleme angesprochen und gemahnt, dass sich der Standort fortentwickeln muss, die Franchise es aber nicht alleine stemmen kann.
3 Von Play Offs bis Abstiegskampf – Der dreckige Rest
Grizzlies Wolfsburg – Feinjustierung?
VW hat sich zum Standort bekannt und deshalb konnte am Kader gefeilt werden. In der Abwehr mit Lancaster und Bowey spielerisch verbessert und der Hackstock Krupp ist endlich weg. Im Angriff gingen vier gute Spieler, aber wenn sich Lynch steigert und Morley sowie Graber einschlagen kann das kompensiert werden. Im Tor blieb alles beim Alten und mit Willhöft mal endlich einen U23-Spieler mit starker Perspektive. Das Fragezeichen ist die Trainerposition. Tyler Haskins hat nur Cheftrainererfahrung im Nachwuchs. Die USHL ist in Nordamerika dort nicht einmal die absolute Topkategorie.
Fishtown Pinguins Bremerhaven – Die Lokomotive ist weg
Und trotzdem bleibt der große Umbruch aus. Der Karawankenexpress ist auseinandergerissen. Jan Urbas, seine Lokomotive, und Ziga Jeglic, sein kongenialer Partner, zocken wieder daheim, in Ljubljana. Die beiden Slowenen waren die besten Spieler, die jemals bei Fishtown gespielt haben. Somit bleibt mit Miha Verlic nur noch der hintere Wagen. Aber, rein sportlich können die Amerikaner Alex Broadhurst und CJ Smith, der bereits in der Endphase der Vorsaison kam, die beiden ersetzen. Es bleibt die Frage, wie schnell sich eine neue Teamhierarchie herausbildet. Somit ist es von Vorteil, dass es nicht zum Totalumbruch kam. Die Abwehr blieb einschließlich Superverteidiger Akito Hirose komplett zusammen, genauso wie die Goalies, alle Leistungsträger im Sturm, der Trainer und der Sportchef.
Straubing Tigers – Schlüsselspieler Florian Bugl?
Die Hiobsbotschaft ereilte Sportdirektor Dunham gleich zum Ende der Vorsaison. Supergoalie Henrik Haukeland folgte dem Lockruf des Geldes und drückte seinen Wechsel in die KHL zu Traktor Chelyabinsk durch. Sein möglicher Nachfolger, der Tscheche Skarek wird ihn nicht ersetzen können. Das ist eigentlich und endlich die Chance für Flo Bugl, der aber zuletzt stagnierte. Im Sturm auf dem deutschen Sektor deutlich schwächer, ohne Conolly, Hede und Fleischer und mit dem einzigen Neuzugang Jentzsch, der gleich länger ausfällt. Bei den Ausländern kommt mit JC Beaudin einer der wenigen starken Center auf dem Markt, ansonsten auch ein paar Wundertüten wie Kersten oder Elyniuk. Halloran und Madden blieben, was sehr wichtig war. Die Abwehr sehr ordentlich um Brandt, den absoluten Führungs- und Schlüsselspieler. Duszak, obwohl diese 1:1 Vergleiche schwierig sind, muss Merkley ersetzen. Sehr stark bei den U23/24-Akteuren, speziell Max Bleicher gibt zu großen Hoffnungen Anlass.
Schwenninger Wild Wings – Das Problem der Grundrechenarten
Der Trainer heißt Steve Walker und da ist man in der Liga weiterhin überdurchschnittlich gut besetzt. Das Torhüterduo ist ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt, jetzt mit neuem Backup. In der Abwehr hat man mit Schemitsch den gesuchten, starken Offensivverteidiger und mit Martinsson sowie Peters zwei weitere sehr gute Ausländer. Dazu eine unheimliche Tiefe mit 10 Verteidigern. Intressanter Neuzugang ist Bode Wilde von den Kassel Huskies. Entweder schlägt er voll ein oder er wird der Flop des Jahres. Dazwischen gibt es nichts. Aber, haben sie in Schwenningen die Grundrechenarten nicht beherrscht, nur 13 Stürmer. Da darf nichts passieren und mit Karachun und Hungerecker sind bereits zwei deutsche Angreifer verletzt. Sportlich dürften die Spinks mit durchaus namhaften Neuzugängen wie Valk und Ortega ersetzbar sein, ob es von der Identifikation auch so ist, bleibt abzuwarten. Vor allem ist die Frage, ob der Spielstil von Ortega zum, von Fans und Umfeld, eher akzeptierten „Arbeiterhockey“ passt. U23/24 ist wie fast überall, ganz brauchbare Talente. Walker spricht bereits davon einen Verteidiger zum Stürmer umzuschulen.
Augsburger Panther – Vom Casino in die Fabrik
Die Richtung ist klar. Weg von den Zockern, hin zu den Arbeitern oder Hoefenmayer, Malone und Wright, der sich aber in der Vorbereitung verletzt hat, für Schemitsch, Grenier und Louis. Im Tor ein deutsches Duo, was aber nur guten Durchschnitt verkörpert. Dafür bekommt man eine Lizenz in die Abwehr, welche zumindest auf dem Papier sicherer wirkt. McCrea angeblich mit der Chance auf den deutschen Pass, somit kann man bei derzeit 9 Imports auch nochmal nachlegen. Das sollte man dann aber eher im Sturm tun, wo ein technisch starker Spieler wirklich helfen würde. Ein wenig hat man schon das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Bei den deutschen Angreifern ist man mit Philipp Krauss und Trevor Parkes besser und tiefer geworden. Neben Ingolstadt das vielleicht beste Trainerduo mit Bill Peters und Gerry Flemming als Associate Coach. Bei den U23/24-Spielern zahlenmäßig dünn, aber sehr entwicklungsfähige Spieler, gerade die beiden aus den jüngeren Jahrgängen. In den Griff bekommen muss man endlich einen Schwachpunkt der letzten Jahre, die Special Teams.
Nürnberg Ice Tigers – Partner gesucht
Dies für einen der absoluten Ausnahmekönner der Liga, Evan Barratt. Gesucht wird ein Nachfolger von Murray bzw. McKenna, einer der Barratts Ideen verwertet. Gefunden hat man William Dufour, der gleich die Vorbereitung nicht mitmachen konnte. Dufour war ein Riesentalent, dessen Karriere jedoch mit erst 24 Jahren ins Stocken geriet. Hat Ustorf wieder ein Juwel ausgegraben? Auch die anderen AL-Neuzugänge sind wieder typische Ustorf Transfers. Sie müssen wieder sitzen, denn der Kader ist gut aber mit sieben Verteidigern und nur 13 Stürmern stark auf Kante genäht. Nachdem letztes Jahr, zynisch gesprochen, die Verletzung von Graber noch ein Glücksfall war, da dann Murray extern finanziert wurde, ist es nicht gesichert, dass so ein Coup wieder gelingt. Zumindest der damalige Privatsponsor von Murray ist raus. Es darf fast nichts passieren. Ähnlich wie in Augsburg, ein deutsches Torhüterduo mit Fragezeichen, dafür hat man die Abwehr verbessert, indem man die freiwerdende Lizenz dort platziert und Topverteidiger Headrick gehalten hat. Im Sturm müssen Neuzugänge wie Cates oder Magera nennenswerten Impact haben, sonst hängt zu viel von Barratt und evtl Dove-McFalls ab. Bei den U23/24 Spielern haben die „Diecher“ einen exzellenten Ruf. Jakob Weber ist bereits ein vollwertiger Kaderspieler mit Eiszeit in beiden Special Teams. Mit Noah Smanski haben die Ice Tigers den nächsten Rohdiamanten gefunden.
Frankfurter Löwen –Experimente abgebrochen
Zumindest einen sehr starken Trainer hat man mit Tom Pokel und auch bei den U23/24-Spielern ist man mit den Kose-Zwilliingen vernünftig aufgestellt. Im Tor werden die Experimente mit deutschen Torhüterduos abgebrochen und es kommt wieder eine starke Nummer 1 aus dem Ausland. Die ersten Fragezeichen gibt es in der Abwehr. Sie ist durchaus namhaft besetzt, aber einige Leistungsträger sind im Karriereherbst. Fröberg muss den Umstieg vom Stürmer dauerhaft schaffen, Matushkin braucht einen dritten Frühling und Abeltshauser muss zeigen, dass er nicht nur zum Abkassieren gekommen ist. Warum man sich noch den so ziemlich größten Hackstock und Antieishockeyspieler der gesamten DEL anlacht, gemeint ist Krupps Sohnemann, bleibt Herrn Bartas Geheimnis. Im Angriff hat man ebenfalls Geld in die Hand genommen und sich in der KHL bedient. Wagner und Biro, der als Center eingeplant, aber in den letzten Jahren meist auf dem Flügel zu Hause war, müssen mit Cameron Brace die Hauptlast tragen.
Iserlohn Roosters – Der Fehler des Herrn Kreutzer
Diesen Fehler begeht Herr Fritzmeier auch. Gerade für ein kleineres Team ist es fast tödlich, nur mit acht Legionären zu starten und freiwillig eine Kontingentstelle nicht zu besetzen. Das speziell, wenn man auf dem deutschen Sektor abgehende Leistungsträger wie Fischbuch und Jentzsch nicht adäquat ersetzen kann. Bei den Imports wird es doch wieder nordamerikanischer von Flops wie Salsten oder Törnquist trennte man sich, bewährte Kräfte wie Boland oder Thomas wurden gehalten. Ansonsten ist der Kader ganz vernünftig. Im Tor das bewährte deutsche Duo. Mit den Zugängen von Emil Johannsson und Mac Hollowell wird Ugbekile im Aufbau entlastet, hier hat man sich verbessert. Im Angriff gewann man den starken, DEL-erfahrenen Center Maier, den Zwei-Wege-Stürmer Scott, der nicht nur über DEL-Erfahrung verfügt, sondern auch perfekt ins System passt, und den Scharfschützen Quenneville. Das Problem ist die mangelnde Kadertiefe, man hat keine gute Bottom Six. Auf alle Fälle sind die Roosters wieder eklig zu bespielen, auf die Defensive wird wertgelegt. Spannend ist wann der neunte AL kommt und natürlich wer es ist.
Krefeld Pinguine – Kein Fallobst
Auf alle Fälle gehen die Krefelder das Projekt als Aufsteiger deutlich professioneller an als die Dresdener im Vorjahr. Einfach weil sie den deutlich besseren Trainer haben und ein paar Grundregeln der Kaderplanung beherrschen und hier vor allem eine. Kader werden von hinten gebaut. So verzichtet man auf irgendwelche deutschen Experimente im Tor und holt einen starken Ausländer für die Schlüsselposition. Juha Jatkola muss jetzt auch einschlagen. In der Abwehr stellt man dem „Quarterback“ Vandane mit Percy und Gildon zwei weitere starke Ausländer zur Seite, die auch seine läuferischen Defizite ausgleichen können. So bekommen die Pinguine eine Abwehr, welche bis ins dritte Paar die Tauglichkeit für die DEL aufweist. Die großen Fragezeichen sind im Angriff, trotz des starken Neuzugangs Tanner Kero von den Haien. Max Newton und Matthew Santos müssen das Niveau der DEL erreichen und 30-Punkte Spieler werden. Es ist ihnen zuzutrauen, genauso, dass CJ Suess sich steigert und sein Jahr in Dresden hinter sich lässt. Trotzdem hängt die späte Planung den Rheinländern wie ein Mühlstein um den Hals. Es sind zu viele Spieler im Angriff, die schon stramm auf die 40 zugehen und wo es fraglich ist, ob sie es nochmal in der DEL schaffen. U23/24 ist Nebensache. Zumindest in Heimspielen kann die Aufstiegseuphorie die Mannschaft tragen.