Johannes hat geschrieben: Gestern 20:08
Aber dann würdest du jetzt sagen, wo die Situation nunmal so ist wie sie ist mit McCrea, dass du lieber einen defensiven Verteidiger wie Valentine als einen ähnlichen Spielertyp wie Schemitsch haben willst?
Ganz ehrlich, da bin ich hin und hergerissen. Einerseits fehlt mir ganz klar die spielerische Klasse und somit auch eine gewisse Resistenz gegen den gegnerischen Forecheck. Und wir haben im ersten Saisondrittel gesehen, welches Eishockey Peters eigentlich gerne spielen lassen würde, nämlich mit einem sehr strukturierten und kontrollierten Spielaufbau, mit dem man Spiel und Gegner seinen Stempel aufdrückt. Als wir dann hart im Aufbau angegriffen wurden und im Saisonalltag die Konzentration etwas zurückging, waren unsere Hackstöcke in der Abwehr heillos überfordert. In diesen Spielen waren wir es, die mit zigtausend Turnovern im eigenen Drittel den Gegnern die Punkte servierten. Bspw erstes Heimspiel gegen Nürnberg oder die ganzen Packungen im November und Dezember. Dadurch war Peters gezwungen, das System umzustellen, was uns stabilisierte, aber nicht mehr seiner eigentlichen Spielidee entsprach. Um einen ähnlichen Verlauf 26/27 abzuwenden, braucht es eigentlich mehr spielerische Qualität in der Abwehr und somit im Spielaufbau. Das dürfte sicherlich auch mit einer der Hauptgedanken für die 4 AL in der Abwehr sein. Nun hat man jedoch McCrea, wo ich mich frage, wie manche User darauf kommen, ihm einen guten ersten Pass zu attestieren. Ich würde dagegenhalten und sagen, dass gerade der Spielaufbau absolut keine Stärke dieses Spielers ist.
So viel zur Argumentation für einen spielstarken und (gerne auch kleineren) Verteidiger.
Für einen "knallharten Stayer" spräche, dass man mit geringerem Budgetaufwand möglicherweise einen größeren Effekt erzielen kann. Ich widerspreche der weiter oben angedeuteten Behauptung, Härte diene eher der Volksbelustigung als dass es zu Ergebnissen führen würde. Jeder, der sich mit diesem Sport beschäftigt oder selbst ausgeübt hat, weiß, dass das nicht stimmt. Kleinere Teams schlagen Größere selten durch einen offenen spielerischen Schlagabtausch, sondern wenn sie ihm unter die Haut gehen. Bei Härte geht es nicht darum, den Gegner körperlich fertigzumachen, sondern um Psychologie. Ein harter und fairer Check eines Defenders ist oft ein Signal an die Mitspieler, sich der Spielweise anzuschließen. Wenn der Gegner körperlich hart angegangen wird, reagieren manche Spieler des Gegners, indem sie vorsichtiger werden und manche, deren Ego verletzt ist, lassen sich von ihrem eigentlichen Spiel abbringen und ggf sogar zu strafbaren Revancheaktionen hinreißen. Härte ist für kleinere Teams somit ein äußerst effektives Mittel, den Großen von seinem Gameplan abzubringen. Außerdem zündet diese Spielart ein Stadion an, was in Heimspielen ein echter Faktor werden kann, wenn das CFS ausflippt und nicht das gesamte Spiel auf dem Eis und auf den Rängen monoton vor sich hin wogt.
Somit bräuchten wir also eigentlich beides, können aber nur eines davon können wir noch bekommen, weil wir uns schon für McCrea entschieden haben. Diese Verpflichtung könnte ich nur verstehen, wenn der deutsche Pass schon zur kommenden Saison vorliegt oder dann zur Saison 27/28. In letzterem Fall könnte man McCrea dann als eine Art Investment in die Zukunft sehen, weswegen man in den sauren Apfel beißt, ihn ein Jahr als AL mitzuziehen. Das wäre verständlich, allerdings hätte ich mir dann mit 4 AL in der Abwehr einen größeren Qualitätssprung erhofft.