el_bart0 hat geschrieben: 12.04.2026 17:03
Hochverdienter Sieg der EisbĂ€ren, da gibts nix zu rĂŒtteln. 56 zu 20 SchĂŒsse fĂŒr Berlin. Das ist eine Hausnummer auf dem Niveau. Man mĂŒsste eigentlich denken das die Haie das Team mit massiven Problemen bis hier hin waren in der Hauptrunde und nicht die EisbĂ€ren, so einseitig war dieses Spiel. Also ich will die EisbĂ€ren nicht schlechter machen als sie sind aber Köln ruft hier sicher nicht das ab was möglich wĂ€re. Warum das so ist mĂŒssen die fĂŒr sich selbst beantworten. Ja im nĂ€chsten Heimspiel steht man dann schon mit dem RĂŒcken zur Wand, weil ein 3:1 in der Serie fĂŒr die EisbĂ€ren mit dann einem weiteren Heimspiel schon ein enorm groĂes Brett fĂŒr die Haie wĂ€re. So schnell kanns gehen. Die AuswĂ€rtsspiele der Haie sind unfassbar schlecht bis hier hin, so hat man auch absolut gar nix in einem Finale verloren. Keine Ahnung ob da intern im Team was vorgefallen sein könnte aber das ist schon enorm wie schlecht sich die Haie so urplötzlich prĂ€sentieren. Mit solchen Leistungen stellst du doch nicht einen solchen DEL Rekord in der Hauptrunde auf? Wie ausgewechselt sehen die aus auswĂ€rts. Vergleicht man das andere Halbfinale wird sofort deutlich das hier nicht eine so groĂe Diskrepanz in der Leistung vorhanden ist bei beiden Teams. Die Haie machen hier deutlich den schlechtesten Eindruck von allen verbliebenen Teams. Wie man zur entscheidenden Zeit in ein solches Loch fallen kann, ein groĂe RĂ€tsel, denn auch an der Mehrbelastung kann es in Köln ja ebenso nicht liegen nach deren Serie gegen die Wild Wings.
Wie man an deinem Beitrag erkennt, scheint deine EinschĂ€tzung der beiden Teams stark von der Performance vor der Olympiapause geprĂ€gt zu sein â also von den von dir genannten Problemen der EisbĂ€ren und der Siegesserie der Kölner. Denn nach der Olympiapause ergab sich bereits vor dem Halbfinale ein deutlich anderes Bild: Die EisbĂ€ren standen auf Platz 1 nach der Olympiapause, gingen mit fĂŒnf Siegen in Serie (u. a. gegen alle anderen Halbfinalisten) in die Playoffs, haben ihre Defensive dank besserem Penalty Killing und TorhĂŒterleistungen stark verbessert und hatten vor dem Halbfinale mit 8:2 eine bessere Bilanz als die Haie mit 7:3. Zudem waren die EisbĂ€ren bereits wĂ€hrend der Hauptrunde das einzige Team, das in jedem Spiel gegen die Haie gepunktet hat und mit 8:4 Punkten sogar eine positive Bilanz aufweisen konnte.
Im Gegensatz dazu hatten die Haie vor der Olympiapause einen enormen Lauf, als sie â ĂŒber die Siegesserie hinaus â vom 18. bis zum 43. Spieltag in jedem Spiel gepunktet und 71 von 78 möglichen Punkten geholt haben. In dieser Zeit hatten sie schlicht einen auĂergewöhnlichen Run: Ihre StĂŒrmer wiesen eine Schusseffizienz auf, die 2,3 % ĂŒber dem zweitbesten Team lag, was enorm ist, und defensiv hatten sie mit Juvonen einen starken RĂŒckhalt, sodass sie mit 93,4 % Save% auch hier fast 2 % vor dem Zweiten lagen. Doch jeder Lauf hat nun einmal ein Ende. Seit der Olympiapause zĂ€hlen sie defensiv mit 91,1 % zwar immer noch zu den Top 3, offensiv hatten sie jedoch bereits vor dem Halbfinale gegen Berlin massive Probleme.
Hierzu muss man sich nur die Performance von Schnarr, Kammerer, MacLeod, Tuomie, Russell, Storm und Bokk anschauen. Diese waren vor der Olympiapause fĂŒr 104 von 135 StĂŒrmertoren verantwortlich (knapp 80 %), was 2,36 Tore pro Spiel durch diese sieben Spieler entspricht â maĂgeblich getragen von einer durchschnittlichen Schusseffizienz von 17,7 %. WĂ€hrend diese Spieler damals deutlich ĂŒberperformt haben, ist seit der Olympiapause das Gegenteil der Fall: Die Schusseffizienz dieser Gruppe ist bereits vor dem Halbfinale von 17,7 % auf 7,0 % gefallen (â10,7 Prozentpunkte), wodurch sie nach der Olympiapause inklusive Viertelfinale nur noch 1,58 Tore pro Spiel erzielen.
Wie du siehst, gab es also bereits vor dem Halbfinale zahlreiche positive Entwicklungen auf Seiten der EisbĂ€ren, wĂ€hrend es bei Köln seit der Olympiapause genĂŒgend negative Indikatoren gab. Entsprechend war dieses Halbfinale kein klassisches Duell â1 gegen 6â, sondern vielmehr eines, in dem die EisbĂ€ren aufgrund der aktuellen Form und der insgesamt positiven Bilanz sogar als leichter Favorit vor Serienbeginn einzuschĂ€tzen waren.
Und dafĂŒr muss man sich nicht einmal alle genannten Zahlen im Detail anschauen, sondern lediglich die Viertelfinalserien vergleichen: Die EisbĂ€ren haben Straubing â das zweitbeste Team nach der Olympiapause â recht souverĂ€n ausgeschaltet, wĂ€hrend Köln den Neunten aus Schwenningen zwar gesweept hat, dabei aber alles andere als dominant wirkte (ein Sieg nach VerlĂ€ngerung, ein Sieg mit einem Tor Unterschied und zwei Siege mit Empty-Net-Treffern). Aussagen wie, man habe ânur so viel gemacht wie nötigâ und jederzeit einen Gang höher schalten können, wirkt daher eher wie eine nachtrĂ€gliche Interpretation. Vielmehr war es ein klares Indiz dafĂŒr, dass Köln zwar weiterhin eine gute Mannschaft ist, aber lĂ€ngst nicht mehr so dominant wie zuvor â und in dieser Serie vor allem erneut stark von Juvonen getragen wurde (95,5 % Save%), ohne dessen Leistungen man bereits gegen Schwenningen erhebliche Probleme bekommen hĂ€tte.